Eine Sammlung von Essays ukrainischer Intellektueller Die Zukunft, die wir uns wünschen" wurde in Deutschland veröffentlicht.
Die Publikation wurde vom PEN Ukraine in Zusammenarbeit mit dem deutschen Übersetzerverband translit e. V. und dem Medienprojekt UkraineWorld vorbereitet. Das Buch wurde von dem Philosophen, Übersetzer und Publizisten Vakhtang Kebuladze zusammengestellt.
Die Essaysammlung wird auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse am 19. Oktober erstmals auf Deutsch vorgestellt. Das Buch enthält Texte von zehn ukrainischen Intellektuellen, in denen sie über die Zukunft der Ukraine und der Welt, Träume und Ängste sowie die Verbindung zwischen Zukunft und Vergangenheit nachdenken. Die Autoren der Publikation sind Kateryna Botanova, Volodymyr Yermolenko, Serhiy Zhadan, Vakhtang Kebuladze, Andriy Kurkov, Taras Liutyi, Tanya Malyarchuk, Taras Prokhasko, Yuriy Prokhasko und Natalia Sniadanko.
Das Buch Die Zukunft, die wir uns wünschen ist im ibidem-Verlag im Rahmen der Reihe Ukrainische Stimmen erschienen, die von dem deutschen Politikwissenschaftler Andreas Umland gegründet wurde.
Die Anthologie wurde von dem Philosophen, Übersetzer und Publizisten Vakhtang Kebuladze zusammengestellt. Korrekturleser der deutschen Ausgabe ist die Professorin für Slawistik Jutta Lindekugel. Der Einband wurde von Victoria Kuchma gestaltet.
„Dieses Buch über unsere gemeinsame Zukunft haben wir im Jahre 2020 geschrieben. Zurzeit ist dieses Jahr unsere Vergangenheit. Unsere heutige Gegenwart war damals für uns eine unbekannte Zukunft. Auch kann man sagen, dass dieses Buch heutzutage ein Buch zugleich über unsere Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist", schreibt Vakhtang Kebuladze.
Die Arbeit an der Sammlung begann 2020 im Rahmen einer Online-Residenz für deutsche Übersetzerinnen und Übersetzer ukrainischer Literatur, die vom PEN Ukraine mit Unterstützung des deutschen Übersetzerverbandes translit e. V., dem Partnerprogramm „Kultur für den Wandel" der Ukrainischen Kulturstiftung und dem Programm „MEET UP! Deutsch-Ukrainische Jugendbegegnungen' der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" (EVZ). Das Projekt wurde von Tetyana Teren geleitet und von dem Philosophen Andriy Vakhtel und der Übersetzerin Claudia Dathe koordiniert.
Die Teilnehmer der Residenz waren die folgenden Übersetzer, die im Rahmen eines Wettbewerbs ausgewählt wurden: Anтegret Becker, Jakob Wunderwald, Ganna Gnedkova, Lucas Joura, Yuliya Komarynets, Dmytro Mokrousov, Simon Muschik, Dario Planert und Laura Tognetti. Im Rahmen des Projekts konnten sie an Vorlesungen und Workshops ukrainischer und deutscher Schriftsteller und Übersetzer teilnehmen. Darüber hinaus übersetzten sie in Begleitung von Mentoren Essays von 10 ukrainischen Schriftstellern, die eigens für das Projekt verfasst wurden. Die Zukunft, die wir wollen" ist das Thema der UN-Generalversammlung 2020, das auch als Ausgangspunkt für die Essay-Sammlung diente.
Volodymyr Yermolenko, Philosoph, Präsident des PEN Ukraine und Chefredakteur von UkraineWorld, reflektiert in seinem Essay für das Buch über die amputierte Zukunft der Ukrainer:
Die Ukrainer haben eine komplizierte Beziehung zur Zukunft. Es klafft eine große Lücke zwischen dem, was wir uns für unsere Zukunft vorgestellt haben, und dem, was daraus geworden ist. Unsere Geschichte wurde annektiert, unsere Zukunft amputiert: Das Imperium zwang uns, in der ewigen Gegenwart zu leben, ohne unsere eigene Erinnerung und unsere eigene Hoffnung.
Am 19. Oktober wird die deutsche Ausgabe auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt. Die Veranstaltung beginnt um 15:00 Uhr am ukrainischen Nationalstand in Halle 4.1, Stand B64.
Die ukrainische Version des Buches, das 2020 im Tempora-Verlag erscheint, ist auf der Website von PEN Ukraine kostenlos erhältlich. Die deutsche Ausgabe kann über diesen Link auf der Website des ibidem-Verlags bestellt werden.
Wir möchten Sie daran erinnern, dass das diesjährige Schwerpunktthema der Frankfurter Buchmesse „Reclaiming the voice" lautet. Der Autor des Konzepts für das Schwerpunktthema ist der Präsident von PEN Ukraine, Volodymyr Yermolenko. Das vollständige ukrainische Programm auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse finden Sie hier.
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